Die elektronische Patientenakte ist sicher, wird uns immer gesagt. Ich denke, dass wir der Aussage derzeit vertrauen können. Die betonung liegt auf "derzeit".
Die Patientendaten sind hochverschlüsselt auf Servern abgelegt und können nur mit Hilfe der Gesundheitskarte bzw. dem darauf abgespeicherten Schlüssel lesbar gemacht werden, heißt es. Wenn man hartnäckig weiter fragt, ergibt sich ein anderes Bild. Auch Andere können diese Daten entschlüsseln, z.B. um sie für Forschungszwecke auszuwerten. Das ist im Prinzip eine gute Sache, zeigt aber, wie relativ Sicherheit ist. Letztendlich hängt sie vom politischen System, den darin geltenden Gesetzen und der Zuverlässigkeit der Mitarbeiter der IT ab.
Im 3. Reich wurde anhand von analogen Patientenakten über das Schicksal von Menschen entschieden. Wie das ausging weiß jeder, der auch nur ein bisschen Schulbildung hat. Politische Systeme sind noch nie für die Ewigkeit geblieben. Die ePA wäre dann nichts grundlegend Neues, es würde den Zugriff gegenüber analoger Akten aber deutlich beschleunigen.
Trotz dieser Bedenken befürworte ich eine elektronische Patientenakte, da sie vieles vereinfacht. Es fehlt aber der Knopf für das unwiderrufliche Löschen aller Daten im Kriesenfall.
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