Marktwirtschaft dient dem Interesse Einzelner bzw. einzelner Unternehmen. Immer wieder bereichern sich diese auf Kosten der Allgemeinheit. Da wo fairer Wettbewerb möglich ist, regelt sich alles zu einem Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage. Bei einem Angebotsmangel lebensnotwendiger Dinge funktioniert Marktwirtschaft nicht. Deshalb dürfen wir diese Dinge nicht dem Markt überlassen, besonders dann, wenn es nur wenige Anbieter gibt.
Wir würden alles geben, wenn wir am Ersticken sind. Gleiches gilt für Verdursten, Verhungern oder Erfrieren. Wir sind erpressbar und der Markt nutzt unsere Not schamlos aus. Eine wenig rühmliche Rolle spielen hier Unternehmen in staatlicher Hand. Fernwärme ist im Prinzip eine gute Idee. Leider füllen die Gemeinden damit ihre Kassen auf, wenn Sie nicht gleich das ganze Unternehmen privatisiert haben um damit kurzfristig Finanzlöcher zu stopfen. Deshalb glauben Fachleute, dass Fernwärme immer teurer als Gas bleiben wird.
Folglich müssen solche Unternehmen ohne Gewinnabsicht betrieben werden. In anderen Bereichen könnte der Staat auch Unternehmen gründen um das Angebot zu vergrößern. Das hat schon einmal im Wohnungsbau funktioniert, bis diese Gesellschaften privatisiert wurden. Wenn Politiker erklären, dass dafür kein Geld zur Verfügung steht, ist zu kurz gedacht, sonst würden Fonds nie in Immobilien machen.
Ein Problem hat das System von Unternehmen unter staatlichem Einfluss dann doch: Nahezu alle diese Unternehmen funktionieren nicht richtig, da oft Politiker an deren Spitze stehen. Dabei gibt es in Deutschland einen Überfluss an gut ausgebildeten Betriebswirten. Vielleicht wäre es eine gute Idee, alles als Genossenschaft mit staatlicher Unterstützung zu organisieren. Auch das ist ein alter Hut.
Uns Verbrauchern geht es zu gut, auch wenn wir das nicht realisieren. Wir haben es nicht mehr nötig, für ein paar Cent den Anbieter, z.B. die Tankstelle zu wechseln. Dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn die Marktwirtschaft selbst in solchen Bereichen nicht mehr funktioniert. Diese ein / zwei Cent machen den Unterschied.
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