Zwangsumschulungen, Zwangsvermittlungen und die Verhinderung von Arbeit sind nicht unbedingt Dinge, die man mit dem JobCenter in Verbindung bringt. Genau das konnte ich in meinem Umfeld beobachten.
Fall 1:
Ein Versicherungsmakler verdiente nicht genug Geld für seine fünfköpfige Familie und bekam Zuschüsse vom Staat. Er war Aufstocker. Ein Gutachten ergab, dass er in seinem Job nie genug verdienen wird. Daraufhin drängte das JobCenter zur Aufgabe der selbständigen Tätigkeit, um ihn anschließend zum Hausmeister umzuschulen. Ein Jahr später musste das JobCenter ihn mit noch größeren Beträgen unterstützen, da ein Hausmeister nie so viel, wie ein Versicherungsmakler verdienen wird.
Fall 2:
Nach dem Studium in Deutschland und einem Abschluss in Journalismus und Literatur einer amerikanischen Universität drängt das JobCenter die junge Frau in einen Englischkurs an der Volkshochschule.
Fall 3:
Ein Student verdient sich seinen Lebensunterhalt während des Studiums als Tutor für EDV. Nach dem Studium muss er auf Weisung des JobCenters einen Programmierkurs von einem Jahr antreten. Er sollte also das lernen, was er vorher auf Uni-Niveau unterrichtet hat.
Fall 4:
Wir haben noch die Zeit von zu wenig Stellenangeboten. Eine Mitarbeiterin ist nur saisonal beschäftigt, verliert ihren Job immer im Januar und wird im März / April wieder eingestellt. Das JobCenter schickt sie im Februar zu einem Jobvermittler. Der hat natürlich auch keine Arbeit. Als sie Ihren saisonalen Job wieder antritt, zahlt das JobCenter 6.000 € Vermittlungsgebühren.
Fall 5:
Wenn man als Selbständiger sein Einkommen vom JobCenter aufstocken muss, hat man ein Problem. Angenommen man erwirtschaftet ein Einkommen von 1.000 €. Dann wird das mit dem Leistungsbezug verrechnet und das ist ok so. Dann gibt es ein Problem. JobCenter werden nicht alle Kosten anerkennen und jeder Euro, der nicht anerkannt wird, geht vom geringen monatlichen Einkommen ab. Deshalb ist es für Selbständige sinnvoller, überhaupt nicht zu arbeiten.
Was ich noch nie gesehen habe, ist eine Vermittlung. Eigentlich hat das JobCenter immer im Weg gestanden, gleich ob als Arbeitssuchender oder Arbeitgeber.
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